Das Klerikale Syndrom:

Die Hauptursache warum viele Menschen unzufrieden, gereizt und unglücklich sind und Probleme haben ihren Körper mit ALL seinen Funktionen und Begehren anzunehmen, zu lieben und zu ehren

Das Klerikale Syndrom umschreibt ein gesellschaftlich anerkanntes Krankheitsbild, welches eine Folge der tief verwurzelten lebensschädigenden Glaubenssätze in der Gesellschaft ist, die von den Glaubensrichtungen der patriarchalen Weltreligionen – speziell in Deutschland, die von den Lehren der christlichen Kirche – abgeleitet wurden. Die Glaubenssätze sind so tief verwurzelt, dass nur sehr wenige es wagen sie in Frage zu stellen und sie somit als unumstrittene Werte und Normen in der Gesellschaft vorherrschen.
Die grundlegenden Annahmen bestehen darin, dass  

  • es einen strafenden Gott, eine Hölle und einen Teufel gibt,
  • wir bestraft werden, wenn wir uns nicht an die Gebote halten
  • das richtige Leben, das Paradies, erst nach dem Tod stattfindet und
  • es nicht genug für alle gibt.

ANGST ist das zentrale Mittel, um sich die Menschen gefügig zu machen. Die Auswirkungen dieser Prägungen sind: Schuld, Scham, Lebensfeindlichkeit, Körperfeindlichkeit, Lustfeindlichkeit, Armutsbewusstsein, Wettbewerbsdenken und Obrigkeitsdenken. Das wiederum hat zur Folge, dass die Menschen sich eher als Konkurrenten erleben, die in einer Struktur von Wettbewerbs- und Hierarchiedenken und in einem Machtgefälle leben. Das Leben in einer Gemeinschaft, in der Mitgefühl, gegenseitiger Respekt und Unterstützung zu den Grundsäulen gehören, ist heute leider nur noch sehr selten anzutreffen. Stattdessen versuchen viele Menschen auf Kosten anderer und mittels Klatsch und Tratsch, zu Anerkennung, Erfolg und Ruhm zu gelangen. Du magst an dieser Stelle vielleicht denken, dass ich nicht zu den Leuten gehöre, die anderen Schaden zufügen und du dich respektvoll und wertschätzend deinen Mitmenschen und Tieren ggü. verhältst, was sehr gut und wichtig ist, dass es Menschen wie dich gibt. Jedoch bleibt die Tatsache bestehen, dass du in einer Gesellschaft lebst, in der diese Prinzipien praktiziert werden. Auch wenn du dich bewusst gegen die gerade genannten Prinzipien entscheidest, haben die vorherrschenden Glaubenssätze in der Gesellschaft die Epigenetik der Menschen, die in der Gesellschaft leben, beeinflusst. Überprüfen lässt sich das mit dem kinesiologischen Muskeltest. Du selbst merkst es vielleicht daran, dass wenn du nach ethischen , respektvollen, lebensbejahenden/lebensfördernden und wertschätzenden Grundsätzen handelst, trotz allem irgendwie ein komisches Gefühl und Zweifel in dir bleiben, obwohl du richtig und lebensfördernd gehandelt hast.

Ich werde im Folgenden versuchen das Klerikale Syndrom und deren Auswirkungen anhand des Lebensalltags zu beschreiben.

  • Wir werden so erzogen, dass Körperlichkeit etwas Schlechtes ist, der Körper falsch ist: Deine Seele möchte, dass du glücklich bist und dich in deinem Körper wohl fühlst. Denn dein Körper ist der Tempel deiner Seele. Wenn du körperlich eingeschränkt bist, wirkt sich das auf alle Lebensbereiche aus. Du kannst nur eingeschränkt arbeiten, was sich auf deinen Verdienst auswirkt, dementsprechend kannst du weniger Unternehmungen machen und weniger Geld für Einkäufe ausgeben und bist vielleicht auch sozial nicht mehr so integriert, weil du dir viele gemeinsame Unternehmungen mit anderen Freunden/Bekannten nicht mehr leisten kannst.
  • Das Leben ist automatisch leidvoll: Durch die Grundannahme der Kirche „Das richtige Leben findet erst nach dem Tod statt“, wird uns Menschen impliziert sich nach den Gesetzen der Kirche zu verhalten, damit wir nach dem Tod ein tolles Leben haben. Jedoch gibt es für diese Thesen keine handfesten Beweise, nur den Glauben an die Kirche und den Grundsatz, wer anders denkt als die Kirche, begeht eine Sünde. Der Glaube ist so stark und so mächtig, dass wir Menschen unreflektiert diese Einstellung übernehmen. Denn wenn wir unsere körperlichen Bedürfnisse genussvoll und freudig ausleben würden, hätten wir eine lebensbejahende Einstellung zum Leben, da das Leben jetzt schon freudig, erfüllend und glücklich sein könnte und nicht erst nach dem Tod. Das mag für viele jetzt innere Konflikte und Widerstände hervorrufen, da die wenigsten der Meinung sind, dass sie lieber sterben als leben wollen.
  • Erst die Arbeit dann das Vergnügen: Viele Menschen arbeiten hart und lang. Entweder haben sie lange Arbeitszeiten und oder müssen ihre Kinder oder andere Familienmitglieder versorgen und haben wenig Zeit für eigene Bedürfnisse und ausreichende Ruhe- und Vergnügungsphasen, was zu Unzufriedenheit, Überforderung, Gereiztheit, ausgelaugt sein und das Gefühl „es ist mir egal“ führt, weil einfach alles zu viel wird.
  • Sex ist grundsätzlich falsch und dient nur dazu sich fortzupflanzen: Ein Mensch, der seine Sexualität als unverzichtbaren Teil seines Lebens betrachtet und dementsprechend intensiv lebt, dem kann man nicht trauen, der ist dumm, faul und krank. Oftmals erhalte ich nach dieser Aussage Einwände, weil die meisten Menschen denken, dass sie kein Problem mit Sex haben. Dann stelle ich immer die Frage wie wohl die meisten Menschen reagieren würden, wenn du auf die Frage wie es dir geht und was du so gemacht hast, antworten würdest, dass du guten Sex gehabt hast. Und das würdest du nicht nur mal antworten, sondern sehr häufig, wenn du gefragt werden würdest. Die Folge wäre die gesellschaftliche Ausgrenzung.
  • Männer und männliche Qualitäten sind richtig – Frauen und weibliche Qualitäten sind falsch und nur übergangsweise akzeptabel. Männer verdienen verhältnismäßig mehr Geld als Frauen und üben häufiger leitende Positionen aus als Frauen.
  • Wer anders denkt als die Kirche oder den Glauben in Frage stellt, begeht eine Sünde und macht sich schuldig. Die Schuldfrage ist ein sehr verbreitetes Druckmittel in unserer Gesellschaft. Doch wenn wir wirklich verantwortlich für das Leben und die Auswirkungen von anderen Menschen wären, abgesehen von Babys und Kleinkindern, wären wir wirklich wahre Götter. Denn wenn wir so viel Macht hätten, dann hätten wir auch die Macht, das Verhalten und die Entscheidungen von anderen Menschen direkt beeinflussen zu können. Und jetzt überleg bitte einmal und versuche dich daran zu erinnern wie häufig du deinem Partner/deiner Partnerin, Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen usw. gesagt hast, wie sie sich verhalten sollen und wie sie sich tatsächlich verhalten haben.


Heißt das jetzt, dass du plötzlich nach einigen Seminaren vom Klerikalen Syndrom befreit bist? Nein, das sicherlich nicht. Aber wenn du die Befreiung vom Klerikalen Syndrom als einen Prozess betrachtest, indem du dich Stück für Stück von den krankmachenden und blockierenden Glaubenssätzen und Moralvorstellungen loslösen kannst, in dem du dir darüber bewusst wirst, was dich blockiert und du bestehende Glaubenssätze und Lebensstrategien hinterfragst, erschaffst du dir lebensbejahende und lebensfrohe Lebensumstände. Denn worüber du dir bewusst bist, das kannst du ändern.
In wieweit du den Mut aufbringst bestehende gesellschaftliche Moralvorstellungen zu hinterfragen und neue lebensbejahende Konzepte aufzubauen, entscheidest du selbst.

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